Bibel, Hafermus und Schwert – mit den Konfirmanden von Dinhard in Zürich

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Gruppenbild vor dem Zwinglidenkmal
Am 18. Januar begaben sich die Konfirmanden und Konfirmandinnen aus Dinhard mit Pfarrer Jürgen Terdenge auf die Spuren von Ulrich Zwingli nach Zürich.
Jürgen Terdenge,
Mit Frau Stutz hatten wir uns am 18. Januar beim Zwinglidenkmal bei der Wasserkirche in Zürich verabredet. Aber schon von weitem war zu erkennen, dass dort kein Denkmal mehr stand. Nachdem sie die 10 Konfirmanden und den Pfarrer der Ortskirche Dinhard begrüsst hatte, erklärte Frau Stutz, dass das Denkmal zur Zeit noch an verschiedenen Orten in Zürich gezeigt wird, um deutlich zu machen, welche Fragen sich aus der Reformationszeit uns auch heute noch stellen.
Nach einem kleinen Quiz zu Beginn, bei dem die Jugendlichen hervorragend abschnitten (schliesslich hatten sie vor gut einer Woche den Zwinglifilm geschaut), begann der eigentliche Rundgang «auf den Spuren Zwinglis» im Grossmünster. In der Krypta schilderte Frau Stutz eindrucksvoll, was es damals bedeutete, wenn eine Pestepedemie in einer Stadt ausbrach, so wie in Zürich 1519 kurz nach dem Beginn der Wirksamkeit Zwinglis. Nach dem Besuch des Kreuzganges ging es weiter zum ersten Wohnhaus Zwinglis in Zürich, an dem wir auch den Namen «Ceporinus» entdeckten, der immerhin gebürtig aus Dinhard stammt. In einer Art WG haben dort einige Theologen zur Zeit der Reformation zusammengelebt.
Nach dem Besuch der Helferei und dem Arbeitszimmer Zwinglis dort, folgte ein Spaziergang über den Standort der damaligen Druckerei Froschauer zur Predigerkirche. Dort war die damals neu gegründete Armenpflege untergebracht. Frau Stutz hatte dann tatsächlich auch ein zeitgenössisches Hafermus aus der Reformationszeit dabei und verteilte es grosszügig den Konfirmanden zur Probe, aber nur einige konnten sich dafür begeistern und nahmen noch den Rest.
Sehr eindrücklich war dann der Besuch bei der Gedenkplatte an der Limmat, die an die jahrhundertelange Verfolgung der sog. «Täufer» erinnert. Frau Stutz zitierte dort die Worte der Entschuldigung, die Kirchenpräsident Ruedi Reich im Jahr 2004 an dieser Stelle vor Vertretern der Nachfolgekirchen der Täuferbewegung gesprochen hat. Ein sehr eindrücklicher Abschluss des Stadtrundganges unter dem Motto »Bibel, Hafermus und Schwert. Mit Zwingli durch die Zürcher Altstadt».
Den endgültigen Schliff erhielt dieser interessante Vormittag durch den Besuch einer Filiale einer weltweit tätigen Fastfood-Kette.
Konfirmanden in Zürich
19.01.2020
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