FAQs Zentrum Kirchhügel

"Zentrum Kirchhügel": Die häufigsten Fragen und Antworten dazu
Im Zusammenhang mit unserem Projekt "Zentrum Kirchhügel" tauchen viele Fragen auf. Wir haben unsere Antworten auf die am häufigsten gestellten zusammengetragen.

Sie können diese FAQs auch als » PDF herunterladen.

Weitere Informationen finden Sie auf der » Hauptseite zum Projekt.

» Wo liegen die Probleme beim heutigen Saal und Kirchgemeindehaus?
» Seuzach braucht einen Saal, der jetzige genügt den Anforderungen und ist zentral
» Verkauf Zentrum Oberwis
» Zusammenspiel zwischen reformierter Kirchgemeinde und politischer Gemeinde
» Projekt «Zentrum Kirchhügel»
» Alternativen und Verschiedenes
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Wo liegen die Probleme beim heutigen Saal und Kirchgemeindehaus?

a. Warum ist der jetzige Saal plötzlich ein Problem?
Der Betrieb des Saales ist bereits seit langer Zeit defizitär. Die Erträge aus den Mieten sind minimal, die Gemeinde bezahlt einen Teil des Defizites, die Kirchgemeinde trägt den Rest der Kosten. Der Unterhalt wurde in den letzten Jahren auf das absolut Notwendige beschränkt. Nun ist die Lebensdauer der Beleuchtung, Akustik, des Mobiliars, der Bodenbeläge etc. erreicht; Ersatz ist dringend notwendig. Ein Ersatz der erwähnten Objekte wäre noch tragbar; aber es steht bei den 40-jährigen Gebäuden grosser Sanierungsbedarf bei der Heizung, Lüftung, Sanitäre Anlagen und Stromversorgung, bei den Fenstern und beim Dach an; die Gebäudehülle ist nicht isoliert. Das Investitionsvolumen für die Sanierung wurde von mehreren Spezialisten auf 2 bis 3 Millionen Franken geschätzt. Eine solche Investition führt zu einem zusätzlichen jährlichen Abschreibungsbetrag von ca. 100 Tausend Franken. Dies würde die Kirchenrechnung zusätzlich massiv belasten und wäre ohne weitere einschneidende Massnahmen (Steuererhöhung) nicht mehr tragbar.

b. Was passiert aus finanzieller Sicht bei einer Sanierung des Saales und des Kirchgemeindehauses?
Die Kirchgemeinde verschuldet sich hoch und vor allem würde die Erfolgsrechnung durch den zusätzlichen Abschreibungsbetrag zu stark belastet. Dies würde zu einem strukturellen, jährlich wiederkehren-den Defizit führen, was Massnahmen bedingen würde. Substanzielle Kostensenkungen von zwischen 100 und 200 Tausend Franken jährlich könnten nur mit einschneidenden und schmerzhaften Massnahmen wie einer Reduktion des kirchlichen Angebots (z.B. Altersnachmittage, Jugendarbeit) oder mit einer Steuererhöhung kompensiert werden. Mit dieser Lösung wird trotz Verschuldung kein Mehrwert für das kirchliche Leben erreicht.

c. Was muss denn im Saal und Kirchgemeindehaus überhaupt saniert/renoviert werden?
Gebäudeisolation, Fensterersatz, Dachsanierung
Sanierung von Heizungs- und Sanitärinstallationen
Ersatz von Lüftung, Licht, Akustik, Bodenbelägen und Mobiliar

Seuzach braucht einen Saal, der jetzige genügt den Anforderungen und ist zentral

d. Es braucht in Seuzach einen Saal für das kulturelle Angebot
Für die Unterstützung des kulturellen Lebens und deren Angebote ist in erster Linie die politische Gemeinde zuständig. Die Kirchgemeinde sieht sich dabei als Teil des kulturellen Angebots. Sie hat u. A während 40 Jahren den Saal Zentrum Oberwis praktisch gratis zur Verfügung gestellt. Zukünftig wird das aus finanziellen Gründen für die Kirchgemeinde nicht mehr tragbar sein.

e. Die Vereine haben keinen Saal mehr zur Verfügung
Die Vereine haben mit wenigen Ausnahmen den Saal seit langer Zeit nicht mehr benutzt. Dies nicht zuletzt wegen der fehlenden Infrastruktur.

f. Die zentrale Lage ist sehr gut
Der Saal Zentrum Oberwis steht im Zentrum von Seuzach. Er wird aber von der Bevölkerung nicht als Saal der Kirchgemeinde wahrgenommen. Dies ist auch mit dem angrenzenden Kirchgemeindehaus der Fall. Beide Gebäude haben nur einen geringen Identifikationswert für die Kirchgemeinde. Der Publikumsverkehr mit der Verwaltung im Kirchgemeindehaus ist gering und wird mit der Digitalisierung eher noch abnehmen.

g. Mir gefällt der Saal Zentrum Oberwis
Der Saal hat zweifellos seinen Charme. Aber er ist mit seinen 40.Jahren in die Jahre gekommen und benötigt eine Sanierung, die sich die Kirchgemeinde finanziell nicht leisten kann.

h. Das Filetstück» der Kirchgemeinde soll verkauft werden; ist das nicht ein Fehlentscheid?
Das Grundstück liegt zwar an zentraler Lage. Das Filetstück nützt aber nichts, wenn sich die Kirchgemeinde deswegen untragbar verschuldet.

Verkauf Zentrum Oberwis

i. Die Kirchgemeinde hat einen Saal. Warum soll dieser verkauft und andernorts neu erstellt werden?
Der Saal ist für den heutigen Bedarf der Kirchgemeinde zu gross, die Infrastruktur entspricht nicht mehr den Anforderungen. Die Sanierung würde zu einer hohen Verschuldung der Kirchgemeinde führen. Mit dem Verkaufserlös kann ein Zweckgebäude erstellt werden, das den zukünftigen Anforderungen der Kirchgemeinde entspricht, sowie energetisch und bautechnisch auf dem neusten Stand ist.

j. Gibt es Interessenten für den Kauf des «Zentrums Oberwis»?
Spezialisierte Büros haben schon vor längerer Zeit bestätigt, dass es Käufer für die Liegenschaften geben wird. Zudem sei der Zeitpunkt für einen Verkauf gut.

k. Wie läuft der Verkaufsprozess ab?
Für den Verkauf des Kirchgemeindehauses und des Zentrum Oberwis im Dorfkern von Seuzach wurde die WW Immobilienberatung AG beauftragt. Am 09.06.2022 wurde der Verkauf offiziell lanciert. Dazu hat die WW Immobilienberatung AG die Verkaufsunterlagen erstellt und die Anlage im Internet publiziert. Zu finden ist das Verkaufsobjekt auf » wittwer-immo.ch oder auf ImmoScout24, Stationsstrasse 34 8472 Seuzach, ZH - CHF 4 500 000 | ImmoScout24.

Bis Ende August 2022 nimmt die WW Immobilienberatung AG Kaufangebote entgegennehmen. Anschliessend werden diese Angebote gesichtet, bewertet und weiter abgeklärt. Die Urnenabstimmung über den Verkauf und das Bauprojekt wird im Juni 2023 stattfinden.

l. Bekommt auch die Gemeinde Seuzach die Chance, das Verkaufsobjekt zu erwerben?
Die politische Gemeinde Seuzach wurde bereits vor dem öffentlichen Verkaufsstart durch WW Immobilienberatung AG persönlich informiert. Ausserdem wurden die Stockwerkeigentümer mit einem durch WW Immobilienberatung AG vorbereiteten Brief auf dem «Dienstweg» durch die Hausverwaltung Müller & Schuhmacher über den Verkauf informiert.

m. Könnte nicht einfach der Saal verkauft und kein Ersatzbau erstellt werden?
Ein Verkauf ohne Neubau am Kirchhügel würde dazu führen, dass im grössten Dorf der Kirchgemeinde Seuzach-Thurtal nebst der Kirche und dem Pfarrhaus keinerlei Räume mehr zur Verfügung stehen würden. Diese Lösung würde aber das kirchliche Leben in Seuzach praktisch zum Erliegen bringen und ist somit keine Option. Der Kernauftrag unserer Kirche kann so nicht mehr wahrgenommen werden.

Zusammenspiel zwischen reformierter Kirchgemeinde und politischer Gemeinde

n. Der Saal gehört der reformierten Kirchgemeinde, ist die politische Gemeinde ist auch daran beteiligt?
Die politische Gemeinde Seuzach hat 1980 den Bau mit zwei Millionen Franken mitfinanziert. In einem Anschlussvertrag zwischen der reformierten Kirchgemeinde und der politischen Gemeinde Seuzach wurden der Kirchgemeinde die Betriebspflicht für den Saal mit Foyer und die Nebenräume zugewiesen. Die politische Gemeinde hat im Gegenzug die Pflicht, im Obstgarten einen Parkplatz für 50-80 Personenwagen zu betreiben, der auch den Saalbesuchern zur Verfügung steht. Der Vertrag kann bei gegen-seitigem Einverständnis der Vertragspartner jederzeit aufgelöst werden. Andernfalls gilt eine Kündigungsfrist.
Eine Betriebskommission, bestehend aus 3 Delegierten der reformierten Kirchenpflege und 2 Delegierten des Gemeinderates, ist mit der Führung der organisatorischen, betrieblichen und finanziellen Bereiche betraut und trifft sich mindestens zweimal jährlich.

o. Hat die Kirchgemeinde eine Rückzahlungspflicht gegenüber Geldgebern?
Nein. Im Anschlussvertrag ist für den Fall einer Vertragsauflösung durch die Kirchgemeinde eine Rückzahlungspflicht vorgesehen. Diese Pflicht ist nach 40 Jahren erloschen und es besteht heute keine Rückzahlungspflicht mehr. Es sind keine weiteren Verpflichtungen oder Grundpfänder vorhanden.

p. Wie ist die Kostenbeteiligung durch die politische Gemeinde geregelt?
In der Rechnung der reformierten Kirchgemeinde werden die Betriebskosten separat ausgewiesen und in der Saalabrechnung zusammengestellt. Darin sind alle Aufwendungen und Einnahmen für den Saalbetrieb ohne Kapitalkosten aufgeführt. Nach Abzug aller Miet- und Benutzungskosten, wo auch die Nutzung durch die Kirchgemeinde verrechnet wird, beteiligt sich die politische Gemeinde mit 50% am Saldo der Betriebsrechnung.
Ausserordentliche Kosten, z. B. für Renovationen und Umbauten (Investitionen), ohne Zweckveränderung des Saales, werden zu 60% durch die reformierte Kirchgemeinde und zu 40% durch die politische Gemeinde getragen. Für die Anschaffung von Ergänzungen und Erneuerungen der Ausrüstung bedarf es des gegenseitigen Einverständnisses beider Vertragspartner.
Bei einer Investition ist der weitaus grössere Anteil durch die Kirchgemeinde zu tragen. Im Fall einer Renovation/Sanierung des Saals resultiert für die Kirchgemeinde eine hohe Verschuldung und zusätzliche Abschreibungen ohne Mehrwert.

q. Wie hoch sind denn die Betriebskosten?
Der Aufwandüberschuss (Defizit) für den Betrieb des Saales lag im Jahr 2015 bei Fr. 130'000.-. Weil wegen den notwendigsten Reparaturen kein Unterhalt mehr gemacht wurde, hat sich der Betrag im Jahr 2019 auf Fr. 82'000.- reduziert. Mit diesem Vorgehen besteht dringender Nachholbedarf im Unterhalt.

r. Weist der Saal noch laufende Abschreibungen auf?
Nein. Die Investition in die Dachdämmung des Saales wird Ende 2022 komplett abgeschrieben sein, danach sind keine weiteren Abschreibungen mehr zu tätigen.

s. Können nicht Mehreinnahmen generiert werden?
Nein. Abklärungen haben ergeben, dass Mehreinnahmen durch zusätzliche Anlässe nicht möglich sind (nötig wären auswärtige Veranstalter, welche den vollen Mietpreis bezahlen).

Projekt «Zentrum Kirchhügel»

t. Was soll denn im «Zentrum Kirchhügel» entstehen?
Die Liegenschaften der Kirchgemeinde werden am Kirchhügel zentralisiert. Damit werden Synergien zwischen der Kirche, dem Pfarrhaus und dem neu zu erstellenden Mehrzweckgebäude geschaffen. Im Pfarrhaus wird auf der Ebene des Pfarrhaustreffs die gesamte Kirchgemeinde-Verwaltung eingerichtet. Im Obergeschoss des Pfarrhauses bleibt die Wohnung bestehen. In einem Mehrzweckgebäude werden Räume geschaffen, die flexibel für verschiedene Aktivitäten, Gruppenangebote und Unterricht genutzt werden können. Durch die flexible Wandgestaltung kann ein Mehrzweckraum mit einem Fassungsvermögen von 200 Personen gebildet werden und entspricht damit der Platzzahl der Kirche (Saal Oberwis 500 Personen).
Anstelle von jetzt vier Liegenschaften müssen nur noch drei bewirtschaftet und unterhalten werden. Die Unterhalts- und Betriebskosten reduzieren sich markant auf lange Zeit.

u. Warum werden unsere finanziellen Ressourcen nicht vor allem für die Kirchenmitglieder eingesetzt (Angebote, Präsenz vor Ort) anstelle in Liegenschaften?
Die Angebote und Aktivitäten für die einzelnen Interessengruppen in der Kirchgemeinde sind heute schon sehr breit und vielfältig. Für die meisten Aktivitäten braucht es aber auch die geeigneten Räumlichkeiten mit entsprechender Infrastruktur. Das soll mit dem Zentrum Kirchhügel verbessert werden. Das «Zentrum Oberwis» dafür zu behalten und zu sanieren wäre finanziell nicht tragbar.

v. Die Zahl der Kirchgemeindemitglieder geht zurück, brauchen wir überhaupt noch solche Räumlichkeiten
Ohne geeignete Räumlichkeiten sind die vielfältigen Angebote und Aktivitäten der Kirchgemeinde nicht möglich. Gerade diese Vielfalt macht das aktive Leben der Kirche aus. Der Mitgliederrückgang ist Tatsache und damit ein weiterer Grund, die Anzahl der Liegenschaften zu verkleinern und den grossen Saal durch ein kleineres Zweckgebäude zu ersetzen. Wenn wir attraktiv und effizient bleiben wollen, brauchen wir auch gerade deshalb eine zeitgemässe Infrastruktur. Die sinkende Mitgliederzahl reduziert auch die Steuereinnahmen und damit unsere finanziellen Möglichkeiten. Diesem Trend ist mit tieferen finanziellen Belastungen durch Reduktion und Verkleinerung der Liegenschaften entgegenzutreten.

Alternativen und Verschiedenes

w. Wem gehört die auf dem Dach bestehende Solaranlage. Was ist bei einem Verkauf des Gebäudes?
Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung ist ein Ziel der Kirchgemeinde. Die Kirchgemeinde will nicht nur Solarstrom beziehen, sondern auch die Möglichkeit schaffen, solchen zu produzieren.
Dazu besteht ein Dienstbarkeitsvertrag (im Grundbuch eingetragen) und eine Vereinbarung über den Betrieb einer Photovoltaikanlage mit der Firma Solarspar (Sissach). Diese hat das Benützungsrecht an der Dachfläche für eine Photovoltaikanlage samt erforderlichen Leitungen für die Stromeinspeisung, be-schränkt übertragbar, abgeschlossen für 30 Jahre, befristet bis 31.12.2043.
Die Dienstbarkeit kann bei einem Verkauf an die neue Besitzerin übertragen werden, sofern die Dach-fläche weiterhin für die Solaranlage zur Verfügung steht. Ansonsten ist die Grundeigentümerin jederzeit berechtigt, die Solaranlage der Betreiberin zu dem jeweiligen Restwert zu erwerben. Der Restwert be-rechnet sich aus dem Gesamtwert minus jährliche lineare Abschreibung über 30 Jahre. Der aktuelle Restwert 2022 liegt bei Fr. 72`000.-.

x. Kann der kirchliche Unterricht nicht auch in den Schulhäusern erfolgen?
Die Kirchenpflege steht in Kontakt mit der Schulleitung Seuzach. Es zeigt sich aber, was bereits aus früherer Zeit bereits der Fall war, dass es praktisch unmöglich ist, Räume von der Schule ausserhalb der regulären Schulstunden zu bekommen. Die Zimmer werden von der Schule selbst für zusätzliche freiwilligen Unterricht genutzt.

y. Weshalb kann die Kirchgemeinde den Saal nicht umnutzen und darin Wohnungen erstellen? Was andere können, können wir auch!
Als Alternative zum Verkauf der Liegenschaften ist die eigenständige Umnutzung in Wohnungen oder Eigentumswohnungen möglich. Dies bedingt aber in einer ersten Phase eine hohe Verschuldung (Baukredit) mit dem finanziellen Risiko, dass die Wohnungen mittelfristig nicht gewinnbringend verkauft oder vermietet werden können. Zudem ist dieser Weg nicht die Kernkompetenz der Kirchgemeinde.

z. Gibt es in andern Ortskirchen nicht geeignete Räumlichkeiten, die für unsere Bedürfnisse genutzt werden können?
Die Kirchgemeinde Seuzach-Thurtal umfasst rund 6'300 Mitglieder, davon wohnt die Hälfte in Seuzach. Der Raumbedarf für die kirchlichen Aktivitäten zusammen mit der zentralisierten Verwaltung ist damit in Seuzach am grössten.